Tutoren für kleine Forscher

07.02.2015
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sib.OSNABRÜCK/WALLENHORST. Schilder können Kindergartenkinder noch nicht lesen, Begriffe wie Schallwellen oder Optik sagen ihnen nichts – aber der Spaß am Experimentieren, der ist da. Das nutzt die AG „Tutoren für kleine Forscher“ aus, um Kinder für Naturwissenschaften zu begeistern. Schüler des Gymnasiums Carolinum waren zu Gast im Johannes-Kindergarten an der Hollager Bergstraße und weckten bei den kleinen Jungen und Mädchen den Forschergeist.

Die Lehrer Kai Crystalla und Michael Freking halten sich im Hintergrund, wenn ihre Schüler mit den vier bis sechsjährigen Kindern arbeiten. „Wir bieten diese AG aus drei Gründen an“, erläutert Michael Freking, „erstens haben wir die Idee, auch den kleinen Kindern Wissen zu vermitteln, zweitens erwerben unsere Schüler soziale Kompetenzen und drittens wecken wir die Lust auf Naturwissenschaften.“ Die Lust an Naturwissenschaften schwinde bei vielen im Lauf der Jahre. „An der Universität gibt es viele freie Studienplätze und leider einen Mangel an Fachkräften“, sagt Freking, der selbst Physik und Informatik studiert hat.

Der Forschertag soll die Lust auf diese Fächer wecken. Für den Tag in Hollage bereiten jeweils zwei Schüler ein Experiment vor, sie besorgen die Materialien und überlegen, wie sie am besten vorgehen. Experimente können das Spiel mit Licht und Schatten sein oder das Carrera-Auto, das mit einer kleinen Kurbel von einem Handgenerator angetrieben wird. Die Schüler geben den Kindern die Kurbel in die Hand und die merken dann selbst, wie das Auto vorwärts oder rückwärts fährt. „Das macht es aus: Die Kinder sehen die Phänomene und bekommen ein erstes Gefühl dafür, wie Strom funktioniert“, erklärt Freking. Höhepunkt des Vormittags ist, wenn eine Rakete mit Druck angetrieben draußen im Garten in die Luft geschossen wird. „Das gefällt den Kindern meist besonders gut.“

Die Tutoren stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn sie den Fünf- bis Sechsjährigen zum Beispiel Schallwellen mit einem Oszilloskop sichtbar machen. „Die Kinder lieben es sich auf Entdeckungsreise zu begeben, aber ihre Aufmerksamkeitsspanne ist meist kurz“, sagt Lehrer Freking. „Wichtig ist es, dass Schüler und Kinder ins Gespräch kommen und sich die Phänomene erklären.“ Dabei müssen die Großen ihr Wissen den Kleinen so präsentieren, dass sie gern zuhören, zuschauen und mitmachen.

Die Gymnasiasten aus den Jahrgangsstufen neun bis zwölf kommen in den Kindergarten, doch wenn die Jungen und Mädchen erst etwas größer sind und in die Schule gehen, kommen sie vielleicht noch einmal in den Genuss dieses besonderen Physikunterrichts. „Grundschüler aus Rulle und Hollage werden zu einem besonderen Tag zu uns ins Gymnasium eingeladen“, berichtet Freking, sie schauen sich die Physikräume an und experimentieren dort mit unseren Tutoren, wo sie ganz andere Möglichkeiten haben als im Kindergarten oder in der Grundschule.“ Mit etwas Glück sitzen manche von ihnen später im Physikhörsaal – oder haben wenigstens verstanden, wie Strom funktioniert.

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